von jabberwocky » Dienstag 9. März 2010, 20:01
Hallo an alle!
Ich weiss nicht genau, ob meine Frage hier richtig ist, gegebenenfalls muss sie halt verschoben werden...
Nun zu meiner Geschichte: Vor fast genau einem Jahr ging es bei mir schlagartig los. Es war eigentlich ein ganz normaler Tag, bin zur Schule gegangen, habe nachmittags noch einen Film geguckt (Thriller) und wollte so gegen 10.30 Uhr schlafen gehen. Ich ließ den Tag noch einmal Revue passieren, plötzlich traf es mich wie ein Schlag ( hab mich in der Klinik immer mit Emily Rose verglichen, weil ich mich wortwörtlich ins Bett gepresst gefühlt habe). Ich hatte ein starkes Angstgefühl und das Gefühl von Herzrasen, mein Puls blieb de facto jedoch normal. Trotzalledem konnte ich recht schnell einschlafen, wachte am nächsten Tag aber mit denselben Symptomen auf. Ich dachte ständig über Gott nach, fragte mich, ob wohl alles vorherbestimmt ist, oder wir eine Art Chaostheorie leben, also dass alles bedingt ist durch ein vorangegangenes Ereignis. Ich fragte mich, ob der Mensch wohl einen freien Willen hat, ob es die Hölle wirklich gibt und ob ich ein guter Mensch bin, was ich jedoch verneinte und so Angst vor göttlichen Strafen hatte. Ich sah mein Leben ( war zu dem Zeitpunkt 20 Jahre) als aneinendergereihte Krisen vor mir, hatte Angst vor schlimmen Krankheiten, Einsamkeit, Verlust von Freunden und Familie, dem Älter werden, Arbeitslosigkeit etc.. Vor allem aber machte es mir zu schaffen, dass ich keinen höheren Sinn im Leben erkennen konnte, ich dachte, dass alle Menschen quasi dasselbe Leben führen, welches mir recht unspektalulär vorkam. Zu allem hinzu kamen starke Unwirklichkeitsgefühle, ich kam mir vor, wie in einem Computerspiel. Ich dachte über Existenz nach, und fragte mich , ob die Welt wirklich existierte, oder alles nur mein Denken war und ich mir alles nur einbildete. Außerdem hatte ich starke ANgst, dass ich die Kontrolle über mich verlieren würde und mir ungewollt es was antue. Ich versuchte es zunächst mit Konfrontation und ging auf den Balkon, jedoch hatte ich solche Panik, es war als würde mich twas zum Geländer hinziehen. Trotz allem ging ich wie gewohnt zur Schule, versuchte nachmittags mit Freunden unterwegs zu sein ( hatte Angst vor dem Alleinsein) und schlief auch wie sonst. Ich erzählte so ziemlich jedem, der mir über den Weg lief, dass irgendetwas mit mir nicht stimme, jedoch wurde ich nur belächelt, die meisten dachten wohl, es läge am Abi-Stress. Am neunten Tag schließlich nahm ich eine Freundin in der Schule beiseite, wir fuhren zu mir nach Hause und ich erzählte wirr zwei Stunden lang, was mir so durch den Kopf ging. Ich bekam dabei Nasenbluten und zitterte so stark, dass ich mit den Beinen regelrecht austrat. Meine Freundin fuhr mit mir sofort in die Klinik. Dort angekommen war ich so aufgelöst, dass ich heulend von Gott redete. Ich bat die Ärztin nach dem Aufnahmegespräch um ihre Notizen. Sie hatte etwas von Fremdsteuerung und religiösen Ideen geschrieben, vieles hatte sie jedoch falsch verstanden. Außerdem fragte sie, ob ich jemals Drogen genommen habe, was ich bejahte. ich hatte ca 3 JAahre zuvor mit dem Kiffen angefangen, an Silvester jedoch aufgehört.
nun zu meiner Frage: die Ärzte waren sich stets uneinig betreffs meiner Diagnose schließlich wurde ich mit der betitelung schizophrene psychose entlassen. vielleicht könnt ihr, dar ihr ja selbst betroffen seid/ ward etwas dazu sagen. würde mich sehr freuen, vorallem weil meine behandlung bald abgeschlossen ist und ich angst vor einem rückfall habe.
grüße kristina