von siempre » Samstag 6. März 2010, 21:31
Wie gesagt, die Konflikte mit dieser Professorin waren richtig heftig und machten mich schließlich so wütend, wie ich es noch nie zuvor in meinem Leben gewesen war. Ich kann das nach wie vor nicht neutral berichten, das war Krieg und ich bin Partei.
Jedenfalls bin ich sehr froh und zufrieden, daß ich mich mit dieser Sorte Mensch in den letzten Jahren nur noch sehr selten herumschlagen mußte, und wenn, dann nie derart intensiv.
Leichter fällt es mir, über die Bilder und manche Entscheidungen zu berichten, die da so anstanden. Das ist jetzt nicht chronologisch (weil ein Schritt zurück zu „Politik“), und die Interaktionen lasse ich weitgehend weg – es waren, wie gesagt, insgesamt etwa 20 Personen an diesem Abend dabei, und die verteilten sich natürlich immer auf Grüppchen, die sich ab und an änderten.
Ich stand mit dem, der meine Seele sehen konnte, und dem, der bei den Wurmlöchern gewesen war, zusammen, vielleicht waren auch noch ein paar mehr dabei.
Es zeigte sich ein vollbesetzter Flugzeuginnenraum, in dem die Leute durchgeschüttelt wurden und der abwärts flog, und dann ein nicht ganz so vollbesetzter Zuginnenraum. „Entscheide dich, sonst hast Du bald nichts mehr zu entscheiden!“ sagte der von den Wurmlöchern, und ich nahm den Zug. Daraufhin zeigten sich Bilder von einem entgleisten Zug von außen, blutende Verletzte und ein gespenstisches Panoramabild des Unglücks, als ob ich vielleicht 100 m davon entfernt auf einem Schlachtfeld stand. Es hieß, das sei bei Enschede.
Dann war noch mehr mit Flugzeugunglücken, aber an die kann ich mich nicht mehr so erinnern. Es war dann auch noch das Bild eines wirklichen Schlachtfelds, auf dem verstreute Leichenteile herumlagen, sehr still und düster, ich vermute, das war in Eritrea, jedenfalls war die Landschaft nicht europäisch.
Die Gruppe war größer geworden und teilte sich nun auf, der, der meine Seele sehen konnte, mit mir, der andere mit den Professorinnen und einigen Studenten.
Wir hatten es von Nigeria, er klagte, Abacha ruiniere das Land und man müsse ihn los werden. Viel überlegen, wie man an ihn rankäme. Anscheinend konnte er ein Stück in Abacha hineinsehen, denn er wurde plötzlich ganz anders, wie ausgewechselt. In dem Moment erschrak ich vor soviel Ekligkeit und erfand wohl Viagra. Er war nun wieder er selbst und schimpfte, dieses Mistzeug werde eine fürchterliche Landplage werden und setze die Menschen unter Druck. „Ja. Tut mir leid. Aber ist das einzige, was mir dazu wirksam einfällt.“ Nun ging es um den Nachfolger, über den ein anderes Grüppchen mit der Professorin redete, es war der damals prominenteste Oppositionelle. Aber der, der in meine Seele sehen konnte, meinte nur kurz: „wenn der (Abacha) geht, geht der (der Oppositionelle) auch.“. Ich kam dann mit Olesegun Obasanyo auf, der es schaffen könnte, Nord und Süd einigermaßen zu versöhnen.
Man hat nie so recht was in den Zeitungen erfahren, wie Abacha zu Tode kam, ich weiß nicht, ob es nun auf die Art war.
Vorher oder nachher ging es um Indonesien, das Suharto im Griff hielt und wo quasi ein Bürgerkrieg bevorstand. Der von den Wurmlöchern und ein Grüppchen hatten es davon, wie man ihn zum Rücktritt bewegen könne. Sie versuchten es mit auf ihn einreden, auch schreien, aber einstweilen ohne Erfolg. Schließlich bat er mich, daß ich es mal versuchen solle. Ich hielt eine kurze Ansprache und redete Suharto ins Gewissen, wobei ich an sein Ehrgefühl und seine Verantwortlichkeit für das Land und das Fortkommen seiner Familie appellierte. Ob man da noch ein Ergebnisbild sah, weiß ich nicht mehr.
Jedenfalls ist es ein paar Jahre später dann wirklich einigermaßen glimpflich abgegangen, weil Suharto zurücktrat.
Dann ging es noch um deutsche Bundeskanzler und amerikanische Präsidenten und „9/11“, ich weiß nicht mehr, in welcher Reihenfolge.
Jedenfalls war klar, daß es auf das WTC 2001 einen schweren Anschlag geben würde – soviel wußte der, der in meine Seele schauen konnte, bereits, und er erzählte einiges zu Bin Laden und daß die Angelegenheit nun schon sehr lange sich hinzog; unklar war, ob am 9.11. oder am 11.9, ich war sicher: am 11.9. Wie, konnten wir nicht herausfinden; wir machten uns Gedanken zur Schadensbegrenzung. Konnte man irgendwen warnen? – Das macht Panik, erzeugt gigantische Geldwellen, die womöglich die Wirtschaft aus den Angeln hauen, und womöglich warnt es die Attentäter. – Kann mans komplett verhindern, weil man den Tag weiß? – Dann glaubt keiner der amerikanischen Regierung, daß sie _wirklich_ ein Problem hat. – Einziges wäre, daß an diesem Tag möglichst viele Leute, die sonst im Gebäude arbeiten, Betriebsausflug machen…