Leben in der Matrix

Was ist der Mensch? Was ist der Sinn des Lebens? Diskutiere hier über Gott
und die Welt. Frage nach den Wahrheiten hinter der erkennbaren Realität.

Moderator: Renate

Re: Leben in der Matrix

Beitragvon GerdRoland » Donnerstag 4. Februar 2010, 16:16

Hallo,
Ich finde, dass wir in unterschiedlichen, sich auch überlagernden Matritzen(?) leben: die Verschiedenen Rechtsysteme, die verschiedenen Informationszustände, Verhaltensweisen, Wertvorstellungen, ... .

Lg Gerd
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon Aleshanee » Freitag 5. Februar 2010, 08:44

Hi Gerd,

kannst du das ein bisschen genauer beschreiben, was du meinst?

Wird jedes System, dass die Gesellschaft bildet, von jedem anders wahrgenommen, hast du das gemeint :?:
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon GerdRoland » Freitag 5. Februar 2010, 13:43

Hallo Aleshanee
ich meinte mehr, dass Normen beeinflussen wie wir wahrnehmen und auch was.
lg Gerd
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon Aleshanee » Dienstag 9. Februar 2010, 19:37

Der Satz hat mich echt beschäftigt ...

Man sieht es ja schon rein an Äußerlichkeiten. Darauf hab ich das immer bezogen (wie Frauen dargestellt werden, welche Zonen rasiert werden müssen etc.), das ist ja mittlerweile schon Norm.

Aber ich denke, du meinst auch was anderes, nur bin ich noch nicht so wirklich dahintergekommen. Ich kann mir schon vorstellen, in welche Richtung das geht, aber ich kanns nicht genau definieren. Es wird ja so viel von der Gesellschaft, von der Masse, vorgelebt, und alles, was rausfällt, passt nicht ins "Raster"

Meinst du also, diese ganzen Normen, die sich in unserem Gesellschaftsleben bilden, sind die Matrizen, durch die wir alles so sehen, wie "alle" es sehen ? Weil es eben nur "so" akzeptiert wird und "gesellschaftsfähig" ist?

Ich persönlich war immer jemand, der gerade dagegen war. Ich weiß noch, im Teenageralter, wenn alle im Modetrend mitgeschwommen sind, hab ich grundsätzlich was anderes angezogen. Banales Beispiel, ich weiß, aber mir fällt grad nichts spezifisches ein ... ich weiß nur, dass ich dieses Prinzip "mit der Masse mitlaufen" nicht mag. Es widerspricht irgendetwas in mir.
Entgegen dem, dass sich ja jeder als besondere Persönlichkeit sehen will, wollen sie ja doch wieder alle gleich sein.

Aber irgendwie komm ich an das Thema nicht so ran, es ist, als sehe ich nur die Oberfläche, kann aber nicht richtig eintauchen ... weiß nicht, wie ich das anders beschreiben soll

Sicher auch die Nachrichten, Medien usw. - ist auch ein Grund, warum ich nie Zeitungen lese und nur selten Nachrichten schaue ;)
Je länger ich nachdenke, umso mehr fällt mir ein, Umwelt, Gesundheit, Medizin, Forschung ...
meintest du das alles oder?
Das in diesen ganzen Bereichen der Gesellschaft etwas gesagt wird, was vielleicht gar nicht so stimmt, aber die Gesellschaft so sieht, weil es eben so gesagt wird und auch von allen so angenommen wird?
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon GerdRoland » Sonntag 28. Februar 2010, 04:11

Ja, hauptsächlich hab ich dabei an all diese Dinge gedacht ( deshalb auch die Kurzform, weil man alle möglichen Bereiche des Lebens miteinbeziehn kann);
eine tieferliegende und bedrohlichere Matrix ist dann noch das eigene emotionale Korsett, die Prägungen der Kindheit und Jugend.
Wobei die eigene Gefühlswelt ja nicht notwendigerweise unangenehm wahrgenommen wird; ebenso Regeln, Normen, usw auch Freiraum schaffen.
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon GerdRoland » Sonntag 28. Februar 2010, 04:53

Das mit der "Gesellschaftsfähigkeit" finde ich interessant, über mögliche Motive hab ich noch nicht wirklich nachgedacht.
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon siempre » Dienstag 2. März 2010, 19:09

Also ich hatte mal sowas wie ein "paranormales Erlebnis" oder wie man das auch immer nennen will, Jahre vor der Psychose. Nää, nix UFO oder "ich bin Gott" oder so.
Auf einem Seminar, zu dem Gäste geladen waren, kam ich mit einem ins Gespräch; es stellte sich dann heraus, daß er hellsehen konnte (er konnte mir sehr persönliche Gegenstände genau beschreiben, und er konnte die nicht kennen, denn ich hatte den anderen Seminarteilnehmern nie was davon erzählt und sie auch nicht fotografiert). Er konnte quasi in meinen Kopf gucken, denn er konnte mir Sachen über mich erzählen, über die ich nie mit jemandem gesprochen hatte. Anders als die anderen (es waren insgesamt etwa 20 Personen) reagierte ich darauf nicht schreckhaft und ablehnend, sondern nur zunächst etwas erstaunt, dann aber ganz trittsicher. Wir unterhielten uns eine Weile über Politik, wobei ich mich zwar ab und an über mich selber wunderte, wenn da irgendwelche Namen und Ereignisse aus meinem Mund purzelten, die doch eigentlich erst in X Jahren zum Zuge kämen, ließ das Wundern über diesen Spaziergang entlang der Zeitleiste in die Zukunft aber schnell sein und konzentrierte mich auf das Gespräch. Es war dann so, daß einige Leute anfingen zu leuchten, die Besucher, ich, und noch wer, allerdings schwach. Das Leuchten, das von den Leuten ausging, war so stark wie Flutlichtlampen, der ganze Raum, der mit dunklem Holz eingerichtet war (eine ehemalige Dorfkneipe), war hell erleuchtet. Ein Seminarteilnehmer beschwerte sich bei mir, daß ich zu hell leuchte, wasn Depp. Ich sagte ihm, er solle halt eine Sonnenbrille aufziehen. Eine Nachbarin, neugierig geworden durch das starke Licht, kam an die Tür. Ich empfahl den anderen, zu sagen, wir machen Filmaufnahmen - man muß die Leute ja nicht unnötig verwirren. Die Seminarteilnehmer nervten schwer und quatschten ständig dazwischen. Irgendwann hörte ich wie Schreie in meinem Kopf, etwa so, wie wenn man Kopfhörer aufhat und der Ton in der Mitte des Kopfes ist. Ich dachte dann artikuliert: "Bist Du das? Wenn ja, mach den Mund auf und sag XXX" (ein Dialektwort, das in diesem Kreis völlig unüblich war). Und er machte tatsächlich den Mund auf und sagte das Wort, woran ich erkannte, daß wir offenbar durch konzentriertes Denken lautlos miteinander sprechen konnten. Das haben wir dann auch eine Weile getan, weil die anderen so arg störten. -


So, später mehr, muß mal was zu Essen kochen.
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon siempre » Mittwoch 3. März 2010, 15:14

Dann war irgendwelche Action bei den anderen Seminarteilnehmern, ich lief etwas herum, wurde aber auf die Schnelle nicht so ganz schlau draus. 2 krabbelten am Boden herum und unterhielten sich mit einem anderen der Besucher, sie hatten es irgendwie mit „Wurmlöchern“, anscheinend befassten sie sich mit physikalischen Dimensionen oder sowas. Eine Aktenmappe lag herum, jemand ging herum und fragte, wem die gehört, aber niemand wollte sie haben. Leider hab ich nicht reingeschaut, was drin war. Bei einem anderen Grüppchen stand plötzlich ein weißes Pferd im Raum. Es war klar, daß es kein echtes Pferd ist, sondern eine Art Gespenst, denn es war leicht durchsichtig. Teilweise fürchteten sie sich davor, teilweise versuchten sie halt mit ihm umzugehen wie mit einem Pferd – Zuckerle geben, anfassen. Als ich näherkam, saß plötzlich ich selbst als Reiterin obendrauf, ein recht hoheitsvolles Bild (auch das war leicht durchsichtig und wallte manchmal so etwas hin und her, es war also klar, daß es ein Bild war. Aus der Interaktion der anderen war deutlich, daß sie das Pferd auch sahen, es war kein „Privatbild“ von mir oder nur von ein paar Leuten.). Das paßte dem Mäkelfritzen wieder nicht und er änderte es ab in eine zusammengesunkene zahnlose Oma, die sich mühsam auf dem Pferd hielt. Ob ich darauf reagiert habe, weiß ich nicht mehr, vielleicht zeigte ich ihm den Stinkefinger. Die, der das Haus gehörte, erzählte später, das weiße Pferd sei eine lokale Legende, d.h. die Dorfbewohner glaubten wohl, wenn es nachts durchs Dorf laufe, sterbe bald jemand oder sowas. Kann sein, daß 2, 3 Leute im Dorf es auch gesehen haben, am Rande bekam ich die Tage drauf was mit, daß erzählt wurde, das Pferd habe vorher oder nachher auf der Wiese draußen gegrast. Ich bekam davon aber nicht viel mit, weil ich mich mit reichlich anderem rumschlagen mußte.

Ich wandte mich wieder dem Menschen zu, der hellsehen konnte, denn die anderen waren so furchtbar langweilig mit ihrer Kleinlichkeit. Zwar paßte das, was ich da erlebte, in keiner Weise in mein Weltbild, aber das war mir ziemlich wurscht und ich ließ es halt zusammenkrachen. Wenn ich schon mal die Gelegenheit hatte, etwas sehr Außergewöhnliches zu erleben, dann wollte ich die auch wahrnehmen.
Wir waren beide ziemlich angestrengt, und er machte den Vorschlag, zur Entspannung ein wenig virtuell Kleider kaufen zu gehen. Es zeigten sich Teilbilder von Läden, und wir suchten uns was aus und unterhielten uns über Kleider und Urlaub, wobei er von seinen Schwierigkeiten erzählte, nicht aufzufallen. Was mir dazu an Möglichkeiten einfiel, hatte er jedoch schon durchprobiert, ohne anhaltenden Erfolg.
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon siempre » Donnerstag 4. März 2010, 01:21

- Zwischenbemerkung –
Ich weiß, daß das alles völlig unglaubwürdig wirkt. Das ist mir jetzt nach 17 Jahren aber einfach wurscht. Ich habe inzwischen nun genug Abstand dazu, daß ich es in Etappen einigermaßen öffentlichkeitskompatibel berichten kann, ohne zusammenzubrechen oder Zustände zu bekommen. Zum Glück werde ich nicht mehr mit diesen Halb-Deja-Vus geplagt (besonders eklig, wenn mit Psychose vermischt), oder allenfalls in weitem Abstand, weil ich weite Teile meines Lebens nicht vorhersehen wollte.

Selbstverständlich habe ich in den letzten 12 Jahren das Internet geflöht nach obskuren Seiten, ob es Leute gäbe, die ähnliche Phänomene berichten. In solch dichter Form, wie ich das erlebt habe, habe ich aber nichts gefunden.
  • Einer erzählte, er habe bei indischen Gurus leuchtende Augen gesehen – immerhin.
  • Von Friedrich II fand sich ein Satz „der Glanz der Militärs läßt sich nicht verdunkeln“ oder so ähnlich, vielleicht meinte der Leuchten, vielleicht auch nicht.
  • Einer gab in New Mexico seltsame Kurse, dabei wurde von einem Ehepaar berichtet, das sich anscheinend auch lautlos verständigen konnte, sogar wenn sie in unterschiedlichen Räumen waren. Das war die einzige Erwähnung, die ich fand (Seite ist schon lange vom Netz).
    Ansonsten ist halt viel Technik zugange, möglicherweise stehen Leute, die sowas kennen, der Kommunikationstechnik näher, denn den Finnen wurde auch nachgesagt, sie wüßten am Morgen, wer am Abend zu Besuch käme, und die haben eine sehr hohe Internet- und Handydichte.
  • Eine Frau, die darüber berichtete, daß sie ihrem Chef schon 2 Tage vorher sagen kann, was passiert, schien mir auch glaubwürdig von diesem Phänomen geplagt, aber die allermeisten fantasieren und fabulieren nur rum oder haben derlei allenfalls mal splitterhaft erlebt.
Es ist ein anderer Zustand als eine Psychose, es kann sich aber beides überlappen.
Es ist anstrengend, in jeder Hinsicht.
Als Hobby oder Gelderwerb ist es nicht zu gebrauchen.
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon friedolin » Donnerstag 4. März 2010, 13:30

Ich fand diese beiträge von dir sehr interessant, siempre!

beim ersten, konnte ich mich einwenig wieder finden...obwohl ich nicht so starke erlebnisse hatte wie du sie beschreibst... ich kann auch nicht sagen war es paranormal oder psychose, ich selbst sage aber eher über diese erlebnisse dass sie psychotisch waren

siempre hat geschrieben:wie wenn man Kopfhörer aufhat und der Ton in der Mitte des Kopfes ist. Ich dachte dann artikuliert: "Bist Du das? Wenn ja, mach den Mund auf und sag XXX" (ein Dialektwort, das in diesem Kreis völlig unüblich war). Und er machte tatsächlich den Mund auf und sagte das Wort, woran ich erkannte, daß wir offenbar durch konzentriertes Denken lautlos miteinander sprechen konnten. Das haben wir dann auch eine Weile getan, weil die anderen so arg störten.


ich hatte mehrmals dieses gefühl mit anderen menschen in dieser art verbunden zusein (aber nicht ganz so intensiv)!
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon siempre » Donnerstag 4. März 2010, 17:26

Hm, ich denke schon, daß es die gleiche Art von Verbundenheit mit anderen ist, die man in der Psychose spürt oder die da zum Tragen kam, es ist halt eine tiefe Liebe; ich hatte ja in der Psychose mal so eine Phase, in der ich einen ganz erstaunlichen Zugang zu Hunden hatte, was mir sonst völlig abgeht. Ich nehme an, daß das so eine Art Grundfähigkeit ist, die man üblicherweise nicht in dieser starken Form bemerkt, weil man seine Aufmerksamkeit sehr verteilen muß, um mit dem täglichen Leben zurande zu kommen.
Das grenzt an das Stimmenhören an - ich nehme nämlich an, daß es sehr, sehr verbreitet, ja, sogar normal(!!!) ist, daß man ab und an seine eigene Stimme im Kopf hört - und zwar...!: durchs Lesenlernen. Dabei liest man nämlich zunächst laut vor, und die nächste Stufe ist dann, daß man diese lautliche Umsetzung internalisiert: naheliegenderweise als eigene Stimme, die man nur im Kopf hört.
(Dritte Stufe ist dann das scannende Lesen ohne lautliche Umsetzung, wie man es braucht, wenn man viel Text zu lesen hat. Darüber wird immer mal wieder geschrieben, wahrscheinlich durch die starke Ausweitung der Verschriftlichung durch das Internet, denn dadurch schreiben und lesen doch sehr viel Leute sehr viel mehr als noch vor vielleicht 30, 60 Jahren. Mir ist jedenfalls diese dritte Stufe aus der Schule bekannt, der Deutschlehrer hat erklärt, wie man das macht. Unter Wissenschaftlern und Gelehrten war die seit langem gängig.)
Wenn man z.B. einen Text einstudiert für eine Rede oder eine Rolle für ein Theaterstück (oder wenn man einfach nur dialogisch verfaßten Text zum Genuß liest), stellt man sich wohl meistens bestimmte Stimmen oder Betonungen usw. vor, die bestimmt auch ganz konkret als Stimmen im Kopf "hörbar", oder besser: wahrnehmbar, denn es läuft ja nicht über die Ohren, werden. Das tut nichts böses, damit kann man gut leben, das macht Spaß. Meistens kann man es auch an- und abstellen, wie mans braucht.
Quälend und unerträglich wirds halt, wenn die Stimmen ständig rumschreien, rumnörgeln, Mist verzapfen, bösartig werden. Das habe ich zum Glück selbst noch nicht erlebt, aber daß es das gibt, weiß ich nur von den Leuten hier und denen, die ich seinerzeit in der Klinik getroffen habe.
Jedenfalls, als ich mit diesem Menschen damals lautlos gesprochen habe, hat es uns beide sehr viel Selbstbeherrschung gekostet, Störgeräusche auszuschalten, die durch abschweifendes Denken zustandekamen. Man mußte sich sehr fokussieren, sonst hörte der andere eben Geschrei (wie ich zu Anfang) oder lautstarke Musik (wie er mir zwischendurch mal sagte, als ich etwas einknickte).
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon siempre » Freitag 5. März 2010, 00:12

- weiter im Text –
Er fragte mich, ob ich nicht ein wenig Lebensplanung betreiben wolle. Tja, ob das geht? Was er mir alles dazu sagte, kann ich nicht mehr wiedergeben, es war zum Teil auch sehr esoterisch, aber jedenfalls machte er mir Mut. Zunächst zoomten wir in die nächsten Jahre. Es war klar, daß ich eine Psychose bekommen und krank werden würde, er machte sich viel Mühe mit Überlegungen, wo und wie ich die am besten überstehen würde. Beim nächsten Stop schrie ich auf „Nein, geh hier nicht rein!“, denn es war die tiefste Depression und völlig ekelhaft. Dazu gab es auch kein Bild, es war nur nachtschwarz und man fühlte den versteinerten tiefen Schmerz. Dann kamen 2 Selbstmordversuche; dabei war auch noch ein anderer von den Besuchern dabei, der, der bei den „Wurmlöchern“ gewesen war. Was mich dann später, als ich wirklich diesen Selbstmordversuch machte – mir wäre das alles nicht gegenwärtig gewesen, auch wenn man mich gefragt hätte, ich hatte mein Gedächtnis verloren – möglicherweise rettete, war dem seine Stimme, die in einem penetrant-nörgeligen Ton immer „Steh auf! Steh auf!“ sagte, was ich dann tatsächlich machte und dadurch wohl meinen durch Tabletten schon reichlich stillgestellten Kreislauf wieder ingang brachte. Dann kam so ein seltsames Zwischenstück, das grausam aussah, aber offensichtlich kein Ereignis war, denn ich fühlte dabei schlicht nichts, ein Bild bei dem ich in einem Kreis stand und zerstückelt wurde und wieder zusammengesetzt. Ich konnte mir das nur als Mnemotechnik bzw. Gedächtnisstütze erklären, das die sich aus welchem Grund auch immer anfertigten. Wie das mit dem Heiraten genau abging, ist mir nicht mehr so gegenwärtig, ich weiß nur noch, daß da ein Bild von 6 Porträtköpfen, die jeweils Flammen um sich hatten, erschien, und ich mir einen davon grapschte, woraufhin die Professorin, die das Bild möglicherweise zustandegebracht hatte, sehr empört war. Sie habe den für eine andere vorgesehen, und ich solle den wieder herausgeben. „Nein. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ – Es war nicht das einzige Streitthema mit ihr, und das nahm noch ziemliche Ausmaße an. -
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon siempre » Samstag 6. März 2010, 21:31

Wie gesagt, die Konflikte mit dieser Professorin waren richtig heftig und machten mich schließlich so wütend, wie ich es noch nie zuvor in meinem Leben gewesen war. Ich kann das nach wie vor nicht neutral berichten, das war Krieg und ich bin Partei.
Jedenfalls bin ich sehr froh und zufrieden, daß ich mich mit dieser Sorte Mensch in den letzten Jahren nur noch sehr selten herumschlagen mußte, und wenn, dann nie derart intensiv.

Leichter fällt es mir, über die Bilder und manche Entscheidungen zu berichten, die da so anstanden. Das ist jetzt nicht chronologisch (weil ein Schritt zurück zu „Politik“), und die Interaktionen lasse ich weitgehend weg – es waren, wie gesagt, insgesamt etwa 20 Personen an diesem Abend dabei, und die verteilten sich natürlich immer auf Grüppchen, die sich ab und an änderten.
Ich stand mit dem, der meine Seele sehen konnte, und dem, der bei den Wurmlöchern gewesen war, zusammen, vielleicht waren auch noch ein paar mehr dabei.
Es zeigte sich ein vollbesetzter Flugzeuginnenraum, in dem die Leute durchgeschüttelt wurden und der abwärts flog, und dann ein nicht ganz so vollbesetzter Zuginnenraum. „Entscheide dich, sonst hast Du bald nichts mehr zu entscheiden!“ sagte der von den Wurmlöchern, und ich nahm den Zug. Daraufhin zeigten sich Bilder von einem entgleisten Zug von außen, blutende Verletzte und ein gespenstisches Panoramabild des Unglücks, als ob ich vielleicht 100 m davon entfernt auf einem Schlachtfeld stand. Es hieß, das sei bei Enschede.
Dann war noch mehr mit Flugzeugunglücken, aber an die kann ich mich nicht mehr so erinnern. Es war dann auch noch das Bild eines wirklichen Schlachtfelds, auf dem verstreute Leichenteile herumlagen, sehr still und düster, ich vermute, das war in Eritrea, jedenfalls war die Landschaft nicht europäisch.
Die Gruppe war größer geworden und teilte sich nun auf, der, der meine Seele sehen konnte, mit mir, der andere mit den Professorinnen und einigen Studenten.
Wir hatten es von Nigeria, er klagte, Abacha ruiniere das Land und man müsse ihn los werden. Viel überlegen, wie man an ihn rankäme. Anscheinend konnte er ein Stück in Abacha hineinsehen, denn er wurde plötzlich ganz anders, wie ausgewechselt. In dem Moment erschrak ich vor soviel Ekligkeit und erfand wohl Viagra. Er war nun wieder er selbst und schimpfte, dieses Mistzeug werde eine fürchterliche Landplage werden und setze die Menschen unter Druck. „Ja. Tut mir leid. Aber ist das einzige, was mir dazu wirksam einfällt.“ Nun ging es um den Nachfolger, über den ein anderes Grüppchen mit der Professorin redete, es war der damals prominenteste Oppositionelle. Aber der, der in meine Seele sehen konnte, meinte nur kurz: „wenn der (Abacha) geht, geht der (der Oppositionelle) auch.“. Ich kam dann mit Olesegun Obasanyo auf, der es schaffen könnte, Nord und Süd einigermaßen zu versöhnen.
Man hat nie so recht was in den Zeitungen erfahren, wie Abacha zu Tode kam, ich weiß nicht, ob es nun auf die Art war.
Vorher oder nachher ging es um Indonesien, das Suharto im Griff hielt und wo quasi ein Bürgerkrieg bevorstand. Der von den Wurmlöchern und ein Grüppchen hatten es davon, wie man ihn zum Rücktritt bewegen könne. Sie versuchten es mit auf ihn einreden, auch schreien, aber einstweilen ohne Erfolg. Schließlich bat er mich, daß ich es mal versuchen solle. Ich hielt eine kurze Ansprache und redete Suharto ins Gewissen, wobei ich an sein Ehrgefühl und seine Verantwortlichkeit für das Land und das Fortkommen seiner Familie appellierte. Ob man da noch ein Ergebnisbild sah, weiß ich nicht mehr.
Jedenfalls ist es ein paar Jahre später dann wirklich einigermaßen glimpflich abgegangen, weil Suharto zurücktrat.
Dann ging es noch um deutsche Bundeskanzler und amerikanische Präsidenten und „9/11“, ich weiß nicht mehr, in welcher Reihenfolge.
Jedenfalls war klar, daß es auf das WTC 2001 einen schweren Anschlag geben würde – soviel wußte der, der in meine Seele schauen konnte, bereits, und er erzählte einiges zu Bin Laden und daß die Angelegenheit nun schon sehr lange sich hinzog; unklar war, ob am 9.11. oder am 11.9, ich war sicher: am 11.9. Wie, konnten wir nicht herausfinden; wir machten uns Gedanken zur Schadensbegrenzung. Konnte man irgendwen warnen? – Das macht Panik, erzeugt gigantische Geldwellen, die womöglich die Wirtschaft aus den Angeln hauen, und womöglich warnt es die Attentäter. – Kann mans komplett verhindern, weil man den Tag weiß? – Dann glaubt keiner der amerikanischen Regierung, daß sie _wirklich_ ein Problem hat. – Einziges wäre, daß an diesem Tag möglichst viele Leute, die sonst im Gebäude arbeiten, Betriebsausflug machen…
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon siempre » Samstag 6. März 2010, 23:28

Es gab dann Diskussionen über Gore oder Bush, ich lehnte Gore rigoros ab wegen Unfähigkeit, mit 9/11 umzugehen und weil jemand, der eine solche Frau hat, schlicht regierungsuntauglich ist. Die Professorin war vehement für Gore, weil er so schön utopistisch war, die Studenten sowieso.
Es reichte dann ja bekanntlich nur ganz knapp und mit Lug und Trug, daß er an die Regierung kam, und die Wirkung war, naja sagen wir mal: explosiv, allerdings war es nur eine recht kleine Explosion (ich weiß, ich kriege jetzt wieder von allen Haue, aber der Irak wäre ohne Krieg den Saddam Hussein erst losgeworden, wenn der stirbt, und das wäre so weitergegangen wie in Zimbabwe oder Nordkorea – und das möchte man den Menschen dort auch nicht gewünscht haben.).
Heftige Diskussionen gab es dann wieder über Frau Merkel und Frau Clinton. Zuerst diskutierte ich mit dem, der in meine Seele schauen konnte, der dabei irgendwann mal „Bush-Clinton-Bush-Clinton“ sagte. Daran konnte ich mich schon vor Jahren wieder erinnern; das andere war lange Zeit weg. Als ich 2001 im Büro saß und das WTC brannte, dachte ich nicht an die damaligen Diskussionen zurück.
Ich habe in Erinnerung, daß die Professorin gegen Merkel und für Clinton war, ich auf alle Fälle für Merkel, aber nicht unbedingt gegen Clinton. Ob Obama auftauchte, weiß ich nicht mehr; der, der in meine Seele sehen konnte, hatte jedenfalls gemeint, 2 Frauen seien zuviel auf einmal.
Naja, jedenfalls bin in gewisser Weise ich dran schuld, daß Bush regiert hat, daß Merkel regiert und daß es Viagra gibt, denn ich hab das aufgebracht.
Ob das nun langfristig (über die nächsten 10-60.000 Jahre gesehen) das richtige war, weiß ich nicht. Möglicherweise nicht, weil die falschen Leuten ausgebremst werden dadurch und die Welt besser auf eine andere Weise und langsamer zusammengewachsen wäre. Jedenfalls bin ich nicht in die andere Welt gesprungen, weil ich nicht glaubte, ankommen zu können.
Und das tut mir ab und zu weh.
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Re: Leben in der Matrix

Beitragvon siempre » Sonntag 7. März 2010, 23:19

Er sagte, er könne die Seelen auf 2 Arten sehen: wie sie geformt seien und wie gefährlich der Mensch sei. Meine sei wie ein langer Stab, an dem sich die Geister verfingen, seine wie eine Rolle, die auf beiden Seiten brennt. An den Warzen darauf erkenne man, wieviele Leben ein Mensch nehmen könne, er kenne einen mit vielen Warzen, der sei imstande, ein Massenmörder zu werden, auf den müsse man gut aufpassen.
Er habe schon ein paar Menschen getroffen, die hellsehen können, bei manchen sei es wie Skizzen, manche hörten Töne, einer sähe Schwarzweißbilder. So videofilmmäßig wie bei mir sei es eher selten. Er fragte mich, was ich früher für Erlebnisse in dieser Richtung gehabt habe; was so einige Kindererinnerungen angeht, die mir daraufhin einfielen, so denke ich, die waren fantasieüberzeichnet oder halbpsychotisch. Als völlig unpsychotisch erinnere ich mich aber an den Abend (1991? 1992?) in der Londoner Disko, als ich ein bißchen leuchtete. Es war auf der Tanzfläche und es fiel mir daran auf, daß die Leute um mich herum, darunter Mitstudentinnen, so komisch guckten, und ich daraufhin in einen der Spiegel dort sah, weil ich dachte, ich habe vielleicht einen Fleck auf der Nase oder den Kleidern oder bewege mich seltsam oder sowas. Ich sah, daß ich leicht leuchtete. „Du leuchtest.“ - „Dann leuchte ich halt.“ – damit war das Thema für mich abgegessen, glücklicherweise wurde das dann nicht weiter breitgetreten.
Dann unterhielten wir uns noch über reichlich esoterische Themen, das Leben, das Schicksal, den Lauf der Welt. Ich erinnere mich da allenfalls noch an Bruchstücke von Sätzen, die er sagte, und es entsprach in keiner Weise irgendwelchem anderem Zeugs, das unter „Esoterik“ sonst so verbreitet wird. Er sagte, man könne so etwas auch nur von einem lebendigen Lehrer lernen, keinesfalls aus Büchern. Es gehören also auf alle Fälle lebende Menschen in der Mehrzahl, die in Beziehung stehen, dazu.

Als die Besucher gegangen waren – so um 12 etwa, nach 8 waren sie gekommen – war dann das große Remmidemmi, weil sie mich allesamt beschimpften und ich zurückschrie. Zum Glück kam dann die Professorin, der das Haus gehörte, irgendwann mit den 2 italienischen Studenten, die nicht dabei gewesen waren, zurück (sie hatte sie wohl in einem Nachbarort mit dem Auto abgeholt). Mit diesen verbarrikadierte ich mich in der Küche. Sie reagierten ganz anders als die anderen, als sie hörten, daß ich hellsehen konnte – sie fragten mich nämlich einfach nach der Schuhmode die nächsten Jahre aus. Mehr als die neue Absatzform, unten breit und oben schmal, weil ich das in den Geschäften, in die ich die nächsten 2, 3 Jahre ging, sehen konnte, konnte ich ihnen aber nicht nennen. Ich konnte mir dann ein wenig Ruhe und einen Zettel aus meiner Tasche verschaffen und schrieb so einige Vorhersagen auf, Viagra notierte ich, diverses andere hier aufgeführte, und in einer unteren Zeile notierte ich WTC [Pfeil runter] 11.9.2001.
Den steckte ich in einen Umschlag, auf den ich schrieb „wird 1998 abgeholt“ und klebte ihn hinter den Küchenschrank. Egal wie ich mich bemühte, ich konnte nicht sehen, welcher Schrank in dem Haus, das oft umgeräumt und umgebaut wurde, bleiben würde. Also nahm ich halt den Küchenschrank.
Es war spät, als ich endlich ins Bett kam, ich schlief viel zu kurz und war am nächsten Morgen todmüde und wie verkatert (ich hatte den ganzen Abend nichts gegessen, nichts getrunken – nicht einmal Wasser - und nicht geraucht). Ich legte mich auf die Couch. Nun kam der reinste Zwergenaufstand: die Studenten sangen irgendwelche seltsamen Hexenlieder, schlichen im Kreis umher, holten sich schließlich Messer aus der Küche und fuchtelten damit vor meiner Nase herum. Ich stand auf und wies sie mit barschen Worten zurecht, was reichte, sie auf Abstand zu halten; zudem hatte der 90jährige Lehrer damals im Jiujitsu mal gesagt gehabt „solange damit gefuchtelt wird, sind Messer ziemlich ungefährlich.“ Leider hatten sie einige Ausdauer, bestimmt eine Stunde, die ich lieber geschlafen hätte.
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