alternative um aus der schizophrenie zukommen

Leben mit Psychose. Persönliche Erfahrungen und Eindrücke.

Moderator: Renate

alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon jan13284 » Dienstag 20. Juli 2010, 12:52

moin!
ich suche alternativen um aus der schizophrenie zu kommen!!!
und zwar nicht die üblichen methoden wie medikamente,stationäre therapien oder psychotherapie!!!letzteres mach ich schon seit 8jahren stationäre therapien hab ich auch schon durch und medis nehm ich sowie so!!!
was könnt ihr mir sagen was ihr persönlich macht damits euch besser geht???
weil man sagt ja das jede psychose anders ist und das bedeutet ja das jeder nen anderen weg geht!
ich hoffe ma auf viele feed-backs von verschiedenen alternativen!!!
also bitte immer frei raus!!!

lg jan
jan13284
Neuling
 
Beiträge: 5
Registriert: Montag 19. Juli 2010, 23:26

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon Serendipity » Dienstag 20. Juli 2010, 14:17

Hi Jan!

Zuerst mal, herzlich willkommen im Forum :D

Ich sag mal, was ich persönlich als hilfreich erlebe (hatte seit 2000 keine Symptome mehr)
- Leben mit Christus (an erster Stelle :wink: )
- Auseinandersetzung mit meinen Gefühlen und Gedanken, die zur Psychose geführt haben
- mich über Themen wie Psychosen, Trauma, Streß, ... weiterbilden
- Rückzug vermeiden, in Kontakt mit Menschen und Gruppen bleiben
- am Leben teilhaben, mich dafür interessieren, was um mich herum los ist (Nachrichten, Vorträge, Museen, ...)
- anderen in ihrem Leid beistehen (relativiert mein eigenes)

Fällt mir sicher noch mehr ein, später.

Hoff, es ist was für Dich dabei, das Du ausprobieren willst, bzw. andere haben ähnliche oder weitere Erfahrungen, die Dich weiterbringen. Auf jeden Fall alles Liebe und schön, daß Du hier bist!

Serendipity
Serendipity
Stammgast
 
Beiträge: 130
Registriert: Samstag 30. Januar 2010, 11:42

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon siempre » Dienstag 20. Juli 2010, 15:24

Hallo Jan,

also Du hast jetzt praktisch das institutionalisierte Hilfsangebot durch und willst wieder richtig im Leben stehen, wie ich Dich verstehe. Ja, daß der Weg für jeden anders ist, sehe ich auch so. Mir hat geholfen:

Am Anfang, als ich noch allein lebte:
- daß ich 2, 3 Freundinnen gefunden habe (noch in der Psychiatrie), mit denen ich am Wochenende was unternehmen konnte
- dann daß ich eine Arbeit gefunden habe, wodurch ich anderes zu tun hatte als mich mit Krankheiten zu beschäftigen
- daß meine Herkunftsfamilie es sehr befürwortet hat, daß ich mit Psychotherapie aufhöre („Du warst jetzt lange genug krank und bist es nicht mehr, Du schaffst deine Arbeit und kommst damit zurecht.“)
- daß ich mich durch dieses „normalere Leben“ wieder für Kontakte öffnen konnte

Schließlich lernte ich meinen Mann kennen, und wir haben geheiratet :-)
Wir kennen unsere Macken und Erlebnisse, lieben uns und leben ganz normal mit Arbeit, Arbeitslosigkeit, Bekannten, Freunden, Familienereignissen (Sterbefällen, Geburten.. was halt so dazugehört).

Also praktisch alles das, was Serendipity auch sagt, nur spielt bei mir der christliche Glaube halt keine Rolle.

Liebe Grüße
siempre
siempre
Stammgast
 
Beiträge: 265
Registriert: Mittwoch 23. November 2005, 14:07

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon friedolin » Dienstag 20. Juli 2010, 23:51

Hallo Jan,

mir hilft die therapie, medis, und weiters helfen mir die gleichen punkte wie siempre!

-Freundeskreis
-Arbeit
-Freundin
-Freizeitaktivitäten
-
wichtig für mich war, dass nicht jeder von meiner Krankheit weiß, also dass ich ohne vorurteile gesehen werde, was noch für mich wichtig ist und war ist, dass ich viel mit "normalen" mache, also mit menschen die selbst psychisch gefestigter sind! Man beschäftigt sich dann nicht mehr so stark mit seiner krankheit und bekommt auch wieder andere gesprächsthemen!!
friedolin
Stammgast
 
Beiträge: 287
Registriert: Freitag 1. August 2008, 13:13

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon siempre » Mittwoch 21. Juli 2010, 08:01

friedolin hat geschrieben:wichtig für mich war, dass nicht jeder von meiner Krankheit weiß, also dass ich ohne vorurteile gesehen werde, was noch für mich wichtig ist und war ist, dass ich viel mit "normalen" mache, also mit menschen die selbst psychisch gefestigter sind! Man beschäftigt sich dann nicht mehr so stark mit seiner krankheit und bekommt auch wieder andere gesprächsthemen!!


Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Möglichst viel mit "normalen Menschen" zu tun haben, die einen auch als solchen ansehen, dann wird man wie von selbst immer "normaler". Ich beschäftige mich mit der Krankheit 1x im Monat, wenn ich zum Arzt gehe (ich brauche eine Spritze), dort rede ich aber inzwischen auch eher über die Ereignisse aus meinem "normalen" Leben, die mich bewegen, als über Psychosen, einfach weil ich da raus bin. Und hier beschäftige ich mich mit der Krankheit, weil ich es schon in der Psychiatrie als sehr hilfreich erlebt habe, mit anderen Betroffenen ab und an darüber zu reden, denn es ist halt schon ziemlich speziell. Aber sonst befasse ich mich mit anderem, halt das Übliche, wie man sein Leben lebt...

Und "anderen in ihrem Leid beistehen, das relativiert mein eigenes", wie Serendipity sagte, finde ich auch noch hilfreich. Dazu kommt man dann aber erst nach einer Weile, wenn man wieder so weit ist, auch Verantwortung übernehmen zu können. Jedenfalls findet man die eigene Krankheit halt nicht mehr so exorbitant, wenn man merkt, was es noch alles für andere schlimme Krankheiten und sonstige schwere Lebenssituationen gibt.

Liebe Grüße
siempre
siempre
Stammgast
 
Beiträge: 265
Registriert: Mittwoch 23. November 2005, 14:07

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon Serendipity » Samstag 24. Juli 2010, 08:59

Wie geht's Dir mit unseren Antworten, Jan?
Würd mich freuen, von Dir zu hören :wink:

Alles Liebe,
Serendipity
Serendipity
Stammgast
 
Beiträge: 130
Registriert: Samstag 30. Januar 2010, 11:42

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon LowCash » Sonntag 25. Juli 2010, 13:35

Hallo,
Die Antworten hier sind so gut das ich mich kaum traue meinen Senfe dazuzugeben. Naja, ist vieles schon gesagt, ich kann nur nochmals anführen das es gut wäre nen normalen Tagesablauf über eine längere Zeit zu haben der einen normalisiert. Das wärs auch schon ;)
LowCash
LowCash
Stammgast
 
Beiträge: 92
Registriert: Mittwoch 11. November 2009, 23:56

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon winisanexperiment » Freitag 30. Juli 2010, 12:52

körperliche Bewegung und Fitness!
Kein Alkohol, keine Drogen! ( Zigaretten Rauchen und Kaffee trinken zähle ich nicht dazu)
Tagesklinische Therapie
Gehirntraining mit viel Lesen, ein Musikinstrument lernen und ehrenamtlich arbeiten
Vorträge über Gesundheit ansehen
winisanexperiment
Stammgast
 
Beiträge: 145
Registriert: Dienstag 15. September 2009, 21:14

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon jan13284 » Samstag 7. August 2010, 00:03

schönen dank für die zahlreichen kommentare!!!aber die helfen mir nur begrentzt weiter da ich das meiste eh schon praktiziere!!!
bin dabei (nach drei jahren tagesstätte)wieder arbeit zu suchen erstmal nen minijob(400basis)weil ich ne eigene wohnung hab und ich schon min.nen 1000er verdienen müsste um sie zu halten und beim minijob zahlt das amt weiter!!!
und es würde mir finanziel auch besser gehen(100€ mehr in der kasse)!!!
ich hab sehr guten kontakt zu kranken(so wie ich)und" normalen "die ich so kenngelernt hab und leute bzw.freunde von früher!!!
das liegt alles daran das ich mich mit der situation abgefunden hab bzw.sie in mein leben itigriert hab!!!
mein problem is halt das ich immer wieder psychotische schübe hab und eigentlich fast immer stimmen höre!
und selbst meine ärztin macht mir nich mehr viel hoffnung das ich die endgültig los werd(hab die medikamenten liste rauf und runter genommen)aber es bleibt die typische plus und minus symptomatik!!!
anfangs bin ich noch bei jedem schub gleich ins krankenhaus mitlerweile hab ich da so mein eigenes anti kriesen managment entwikelt und war schon seit 4jahren nich mehr im krankenhaus!!!
aber ihr könnt mir ruihg noch mehr tips und erlebnisserfahrung posten freu mich über jedes feedback!!!naja lange worte kurzer sinn ich fühl mich hier gut aufgenommen!!!




lg jan
jan13284
Neuling
 
Beiträge: 5
Registriert: Montag 19. Juli 2010, 23:26

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon Serendipity » Samstag 7. August 2010, 11:26

Toll, wie du das alles schaffst, Jan !!!

Für Leute, deren Stimmen nicht mehr weggehen, gibt es das "Netzwerk Stimmenhörer". Hast du schon davon gehört? Die entwickeln Strategien, wie man trotzdem noch ein erfülltes Leben haben kann. Die machen auch Vorträge in Berlin und in Österreich in Linz.

Mir persönlich hat Christus geholfen, nach 10 Jahren chronisch. Stimmenhören und auch andere psychotische Erfahrungen. Hab diese Symptome jetzt seit 10 Jahren nicht mehr. Gib also bitte die Hoffnung nicht auf, ja? Es kann sich auch nach vielen Jahren noch alles zum Guten wenden :)

Alles Liebe und Gottes Segen,
Serendipity
Serendipity
Stammgast
 
Beiträge: 130
Registriert: Samstag 30. Januar 2010, 11:42

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon LowCash » Sonntag 8. August 2010, 07:17

Nurn Tipp falls du kiffst:
Lass es weg!
LowCash
Stammgast
 
Beiträge: 92
Registriert: Mittwoch 11. November 2009, 23:56

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon jan13284 » Dienstag 10. August 2010, 17:54

moin!
ich kiff schon seit 6 1/2 jahren nich mehr !!!!!
dadurch hat ja alles angefangen!!!!
jan13284
Neuling
 
Beiträge: 5
Registriert: Montag 19. Juli 2010, 23:26

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon siempre » Donnerstag 12. August 2010, 11:05

Hi Jan,

klingt recht gut, was Du schreibst. Du arbeitest Dich aus der Psychose raus. Das mit dem Kiffen seh ich genauso. Dürfte bei mir auch eine Mitursache gewesen sein, ich hab damit auch schon vor 15 Jahren aufgehört. War sicher nicht gut, daß ich 10 Jahre gekifft hab.

Du sagst, inzwischen hast Du ein eigenes Krisenmanagement rausgefunden. Kannst Du das schon so bissel beschreiben?
Ich mein, wäre vielleicht hilfreich als Anregung für andere.
Es muß zwar jeder seinen eigenen Weg finden, aber man tut sich doch leichter, wenn man verschiedene Möglichkeiten, die bei manchen geklappt haben, genannt bekommt. Bringt einem manchmal auf die richtige Idee.

Liebe Grüße
siempre
siempre
Stammgast
 
Beiträge: 265
Registriert: Mittwoch 23. November 2005, 14:07

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon jan13284 » Freitag 13. August 2010, 22:28

also erstmal vielen dank nochmal für die beiträge!!!


denn 2.
mein kriesen management:

wenn ich merke das ich psychotisch werd und die stimmen wieder in vordergrund treten ,dann leg ich mich meistens ins bett!!!
wenn freunde da sind sag ich "hört mal ihr könnt gerne bleiben aber ich krieg jetzt wieder mein tick und leg mich erstmal ins schlafzimmer für 2-3 stunden"
dann schieb ich 2-3 stunden meine stimmen bin auch dann geistig voll auf die fixiert(rede im kopf mit den) bis das dann wieder abklinkt und ich wieder die macht über mich selbst hab dann komm ich wieder aus´m schlafzimmer und dann gehts ganz normal weiter!!!
manchmal wenns ganz schlim kommt nehm ich noch nen benzo(diazepam"valium")dann klinkt das schon nach ca. ner stunde wieder ab sobald die diazepam wirken!!!alerdings is mir dann auch mehr zum schlafen zu mute und dann schmeiss ich die leute auch raus die bei mir sind!sag halt geht nich anders aber mit mir is heut nichts mehr anzufangen!!!(und meine freunde kenn mich mitlerweile so und akzeptieren das)!!!
nur wenn ich nicht zuhause bin dann is schon kritischer dann sieht mein management so aus:
erstmal ohne diazepam verlass ich nie das haus!!!
dann wenn ich unterwegs bin versuch ich mich in gespräche zu verwikeln dann nehm ich mein benzo und versuch nur nich drauf ein zu gehen was meine stimmen mir sagen auch wenn die wieder meine gedanken im vorraus sagen oder komentieren auf garkein fall nachgeben und sich darauf einlassen einfach alles tun um sich ab zu lenken (ob musik hören,mit freunden quatschen,mit dem handy rum spielen,irgenwas schreiben uvm.)und alles was euch noch einfällt!!!
wenn ich halt gerad bei freunden bin frag ich ob ich mich ma ne stunde hinlegen kann oder wenns nich anders geht geh ich nachhause(den verfolgungs wahn den ich hab nich ernst nehm)den hab ich sowieso ständig aber ich dreh mich schon garnicht mehr um weil da is sowieso niemand!!!
und wenns denn doch ma passiert das ich auf die stimmen eingeh hab ich halt nen scheiss sagen wir ma "gedanken flick flack"denn drehen sich meine gedanken und übersteuern und dann hab ich auch zwangs gedanken (in der 1. stunde bevor das benzo wirkt)dann lass ich das psychotische programm durchlaufen bis ich mich wieder davon abgrenzen kann (2. stunde wenn das benzo wirkt)dann hör ich zwar meistens noch stimmen aber ich beachte die denn garnicht mehr so wie die meiste zeit am tag!!!
aber was bei mir das a und o ist,ist"vollkommene ruhe" weil um so ruihger desdo besser weil die dann nicht an einem stück reden sondern nur mal son satz ablassen denn is wieder ruihg dann kommt wieder was ,was das ganze wieder anstachelt aber halt nich permanent (wie wenn ich unterwegs bin)weil wenn ich unterwegs bin sind die zb.beim einkaufen in der stadt oder da wo grosse menschen massen sind leider permanent (von jeder seite komm sprüche)deshalb ver meid ich sowas schon im vorraus!!!
naja was soll ich noch großartig schreiben so sieht mein "kriesen management"ungefähr aus!!!
zusammengefasst und kurz zur übersicht:
-zurück ziehen
-ruhe phase schaffen
-ablenken und nich drauf eingehen
-oder manchmal halt mit tabletten weiter helfen wenns garnicht anders geht(bloss nich regelmässig nehm "sucht gefahr")
-tagsüber:durchhalten (nach nen paar stunden is eh wieder vorbei)auf jeden fall is das bei mir so!!!
-abends:mit der nacht medikation gleich schlafen gehen(auch wenn das einschlafen nen bischen dauert)und am nächsten tag lacht wieder die sonne!!!! :wink:
jan13284
Neuling
 
Beiträge: 5
Registriert: Montag 19. Juli 2010, 23:26

Re: alternative um aus der schizophrenie zukommen

Beitragvon jan13284 » Freitag 13. August 2010, 22:32

@ serendipity
das netzwerk ist mir bekannt(sogar schon ziemlich lange)
is ja das mit dr.bock aus HH-eppendorf oder nich???
da wollt ich ma zur selbsthilfe gruppe weil ich wohn jetzt nich soweit von Hamburg entfernt!!!
und die anlauf stelle dafür is das netzwerk!!!



lg jan
jan13284
Neuling
 
Beiträge: 5
Registriert: Montag 19. Juli 2010, 23:26

Nächste

Zurück zu Erlebnisberichte

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

cron