Was ist Wirklichkeit?

Was ist der Mensch? Was ist der Sinn des Lebens? Diskutiere hier über Gott
und die Welt. Frage nach den Wahrheiten hinter der erkennbaren Realität.

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Was ist Wirklichkeit?

Beitragvon friedolin » Mittwoch 7. Oktober 2009, 22:19

wenn man in youtube eingibt was ist wirklichkeit dann kommt unteranderem dieses video:
http://www.youtube.com/watch?v=6TBgb9frWk8

das ist ein kabbalah werbespot, finde ihn aber gar nicht so schlecht, weiß zwa nicht ob dieser nicht vielleicht auch psychosen auslösen kann, finde aber gut wie beschrieben wird dass wir nur eine box mit 5 öffnungen sind, und dass wir die welt ausserhalb immer nur gefiltert durch diese eingänge wahrnehmen können!
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Re: Was ist Wirklichkeit?

Beitragvon Aleshanee » Samstag 2. Januar 2010, 22:33

Ich hab auch schon ein bisschen über Kabbalah gelesen und finde es sehr interessant.
Allerdings finde ich den Gedanken an diese Box irgendwie, naja, wie soll ich es nennen ... wir sehen, hören, riechen und schmecken ja ziemlich gleich - aber die innere Einstellung oder die Erfahrung, die wir gesammelt haben und aus der sich ja unsere Persönlichkeit bildet, "urteilt" über das, was wir wahrnehmen.
Ich denke nicht, dass das so eingeschränkt ist, wie das dargestellt wird, außer ich habs falsch verstanden.

Ich glaub auch, dass die Menschen früher, vor der sogenannten "Zivilisation", mit diesem "6. Sinn" viel intensiver gelebt haben. Für sie war er selbstverständlich, vielleicht kann man ihn auch als Instinkt bezeichnen. Ich weiß nicht so recht, ob das das gleiche ist. Wenn z. B. eine fremde Person den Raum betritt, spürt man meistens gleich etwas, sie strahlt etwas aus, und man fühlt sich entweder zu ihr hingezogen oder nicht - oder sie ist einem gleichgültig. Das hat ja nicht nur mit ihrem Aussehen, oder Geruch zu tun, sondern eben mit einem Gefühl, das von mir aus "Außerhalb" dieser körperlichen Sinne liegt.
Dieses natürliche Wissen, was richtig und was falsch ist, ist in jedem vorhanden, nur glaube ich, dass die Menschen es mit der Zeit "verloren" ahben, bzw. nicht mehr richtig wahrnehmen können. Diese innere Zufriedenheit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit, dieses Gefühl hat man in der heutigen Gesellschaft nicht mehr, bzw. auch in den vorangegangenen. Irgendwie haben wir es aus den Augen verloren.
Die wenigen Naturvölker, die es noch gibt, haben es noch - zumindest nach meiner Überzeugung.

Den Spot fand ich also irgendwie zu strange, oder ich hab ihn eben doch nicht so richtig verstanden ;)
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Re: Was ist Wirklichkeit?

Beitragvon sky » Sonntag 3. Januar 2010, 05:51

hallo,

nun, mit der kabbala kenne ich mich nicht aus, müßte ich erst mal nachlesen.
aber das mit der box ist mir bekannter.

finde aber gut wie beschrieben wird dass wir nur eine box mit 5 öffnungen sind, und dass wir die welt ausserhalb immer nur gefiltert durch diese eingänge wahrnehmen können!

es ist mmn ziemlich reduziert, aber vereinfacht so evtl das verständnis.

wir sehen, hören, riechen und schmecken ja ziemlich gleich - aber die innere Einstellung oder die Erfahrung, die wir gesammelt haben und aus der sich ja unsere Persönlichkeit bildet, "urteilt" über das, was wir wahrnehmen.

die wahrnehmung kann sich mmn von mensch zu mensch stark unterscheiden. es geht nicht nur um die sinne, wo jeder den ton oder geschmack xy als solchen wahrnimmt, es geht auch um die damit verbundene empfindung und der vergleich mit den erfahrungen und dem erlernten. was für den einen scharf schmeckt findet der andere noch lasch. was für den einen laut ist, ist für den anderen leise.
wenn du durch eine straße gehst und die 10 schönsten oder wichtigsten sachen beschreiben sollst, werden dir vermutlich ganz andere dinge ins auge fallen als einem anderen.
der eine sieht die kaputte radfelge an einem auto, der nächste die blühende krokuss am straßenrand.
die wahrnehmung finde ich also sehr unterschiedlich.

und was du ansprichst mit dem 6. sinn, ob man wen als freund/feind einteilt, wenn er den raum betriff oder sonstiges - vieles wäre heute wohl auch noch möglich. stichwort achtsamkeit.
es liegt bei jedem selbst, was ihm wichtig ist, worauf er wert legt, was er evtl mehr beachten möchte.
gibt eine schöne kurzgeschichte, "die 7 blinden und der elefant". 7 blinge gelehrte werden von dem könig ausgeschickt, sie sollen einen elefanten suchen und ihm dann berichten, was das für ein tier ist. die 7 ziehen los und bekommen einen elefanten gezeigt, den sie abtasten.
der eine tastet die ohren, der nächste de rüssel, einer den zahn, usw.
am ende berichtet jeder dem könig was ein elefant ist - alle haben recht, aber jeder hat einen anderen eindruck von einem elefanten bekommen. jeder hat seine wirklichkeit und jede kann 'stimmen'.

viele grüße, sky
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Re: Was ist Wirklichkeit?

Beitragvon Aleshanee » Sonntag 3. Januar 2010, 09:51

sky hat geschrieben:die wahrnehmung kann sich mmn von mensch zu mensch stark unterscheiden. es geht nicht nur um die sinne, wo jeder den ton oder geschmack xy als solchen wahrnimmt, es geht auch um die damit verbundene empfindung und der vergleich mit den erfahrungen und dem erlernten. was für den einen scharf schmeckt findet der andere noch lasch. was für den einen laut ist, ist für den anderen leise.
wenn du durch eine straße gehst und die 10 schönsten oder wichtigsten sachen beschreiben sollst, werden dir vermutlich ganz andere dinge ins auge fallen als einem anderen.
der eine sieht die kaputte radfelge an einem auto, der nächste die blühende krokuss am straßenrand.
die wahrnehmung finde ich also sehr unterschiedlich.


Genau das hatte ich gemeint :)
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Re: Was ist Wirklichkeit?

Beitragvon jochen » Samstag 31. Juli 2010, 18:23

Wahrheiten oder Wirklichkeit

Nur mit einem Erkenntnis oder Bewusstseinprozess verbunden, kann ich die unterschiedlichen Wahrheiten sehen.

Je nach Bewusstseinszustand habe ich also unterschiedliche Wahrheiten.

Ich fühlte mich verfolgt, war einer meiner Wahrheiten und wusste selbst nicht zwischen Wahrnehmung und Einbildung zu unterscheiden, das war eine Andere.

Aber ich kann nur dort anfangen, wo ich stehe: Ich habe also Angst und für mich war es wichtig dieses wahrzunehmen, aber mich wahrzunehmen war sehr schwer, es gab da nur ein riesengroßes Loch, oder ich hatte ein inneres Verbot zu spüren, was ich denke.

Wie kann ich Wahrheit wahrnehmen, wenn ich gar nichts wahrnehmen darf?

Ich habe große Anstrengungen und Übungen, viele, viele Gruppenbesuche benötigt, um das was ich wahrnehme in Wort zu fassen und zu lernen, dazu zu stehen, lange Zeit hatte ich das Gefühl, andere wollen mir das Ausreden, was ich denke, oder fühle, war eine für mich existierende Wahrheit und trotzdem lebte ich in meiner Projektion, schon wieder eine Andere.

Das ich mich meine Freundin immer beschimpfte und beleidigte, war eine Wahrheit, das ich mir sie ausgesucht habe, entsprechend der Gefühlswelt meiner Erziehung, war schon wieder eine andere, denn als sie weg war zog ich in die Einsamkeit, schimpfte aber an ihrer statt genau so mit mir herum.

Das wäre aber klassisch: Introjektion, Verdrängung und Projektion.

Ich nehme also außen etwas war, vergesse aber, das ich eine innere Einstellung habe die diese Welt in der ich lebe, wieder herstellt, um daran zu wachse.

Also drehe ich den Spieß um: welche Vorurteile habe ich, welches sind meine Muster, mit welchen Konflikten werde ich dauernd konfrontiert und warum? Welches sind meine Erwartungen, Hoffnungen Visionen? Sind sie angemessen oder kann ich sie modifizieren?

Welche Hilfsmittel kann ich dazu verwenden, da ich mich auch noch liebend gern selbst betrüge…. Auch eine Wahrheit.

Sprachliche Speicherungen möchte ich mit Vorurteilen benennen, bildhafte Speicherungen ordne ich traumatischen Erlebnissen zu. Durch Traumarbeit kann ich sie auflösen, wodurch ich auch meine Angst erkenne.

Angst habe ich nur, weil ich traumatische Erlebnisse habe, löse ich dieses durch Rückführungen auf, habe ich auch keine Angst mehr und ich tauche in eine völlig neue Welt, eine Welt des Friedens, der Freude.

Dann ist der Krieg der Welt eine Wahrheit, die nicht angesehenen und aufgearbeiteten Vorurteile und Traumata die damit kollektiv in die Welt projiziert wird, eine andere.

Ja, ja, es könnte alles so schön sei, war ein Stöhnen in der Klinik.

Augenblick einmal, wenn ich meine unerledigten Traumata in die Welt projiziere schaffe ich mir die Hölle auf Erden, dann dient doch die Psychose als ein Stopp, so geht es nicht weiter und ich bin gezwungen mein Innerstes aufzuarbeiten, somit hat auf jeden Fall eine Psychose für mich einen Sinn und wenn ich noch weiter gehe, das mit anderen vergleiche, dann dümpelt jeder nur im Unbewussten, dann ist alles eine Illusion, oder wie die Inder sagen: Maja, es ist alles Maja und was ist dann die Wahrheit?

Damit ist es doch schon verrückt, normal zu sein, zumindest ist eines gewiss, ich möchte es nie wieder sein.

Viele Grüße

Jochen
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