Welches ist das nebenwirkungsfreieste Neuroleptika?

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Welches ist das nebenwirkungsfreieste Neuroleptika?

Beitragvon Sven0 » Sonntag 15. November 2009, 11:08

Hallo,

ich suche (für meine Mutter) das nebenwirkungsfreieste Neuroleptika, Symptome sind das sie Stimmen hört welche über sie (negativ) reden.

Vorgeschichte: Meine Mutter bekommt seit 1987 ununterbrochen jede 14 Tage eine Haloperidol Spritze und muss zusätzlich zur Muskelentkrampfung Biperiden nehmen. Nun haben sich im Laufe der Jahre alle Nebenwirkungen eingestellt die es im Prinzip laut wikipedia.de gibt. Ich liste mal auf: Muskelsteifheit, Gelenk schmerzen, permanente Müdigkeit, versteifte Mimik, Mundtrockenheit dadurch ungeheuren Durst (pro Tag 4L Mineralwasser!!), seelische Verflachung sowie durch Biperiden zu erhöhten Augeninnendruck dadurch hohe Gefahr vom Grünen Star.

Zwischenzeitlich wurde mal ein neueres Neuroleptika ausprobiert welches Sie jedoch so sehr müde machte das sie wieder auf Haloperidol zurückwechselte.

Also um es kurz zu machen: ich kann dieses Elend nicht mehr mit anschauen und möchte ihr helfen irgendein Neuroleptika zu finden wo man v.a. auch Biperiden nicht mehr braucht.

Jetzt habe ich diese Seite hier durchgeackert http://de.wikipedia.org/wiki/Atypisches_Neuroleptikum und alle Wirkstoffen auf die Nebenwirkungen hin untersucht. Am idealsten scheint Risperdal, kann das jemand bestätigen? Und hat jemand Erfahrung vom Umstieg Haloperidol > Risperdal?

Vielen Dank im Voraus.
Sven0
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Re: Welches ist das nebenwirkungsfreieste Neuroleptika?

Beitragvon LowCash » Sonntag 15. November 2009, 12:06

Hallo!
Haloperidol ist ein Mega-Hammer! Ich habe es kurzzeitig bekommen und es war mit Abstand das schlimmste was ich je genommen haben. Danach kommt gleich Leponex. Risperdal verursachte leichten bewegungsdrang (Akathesie) sediert dafür nicht so stark wie Haldol. Abilify, ein neueres Medikament, hat nur "geringe" Nebenwirkungen, manchen hilfts sehr gut, manchen gar nicht. Es kommt immer auf die Person an und wie das Medikament auf sie wirkt.
Was ich nicht verstehe ist das in 14 Jahren nicht etwas anderes ausprobiert wurde! Liegt das vielleicht am Einstellungsdatum?!
Mfg Lowcash
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Re: Welches ist das nebenwirkungsfreieste Neuroleptika?

Beitragvon siempre » Sonntag 15. November 2009, 22:17

Hallo Sven,
ich kann mich LowCash nur anschließen: man sollte wirklich mal was anderes versuchen (ist allerdings auch ziemlich elend, die dabei nötige Testerei -vielleicht stationär machen). Wie ich von meiner Ärztin weiß, gab es früher fast nur Haldol (=Haloperidol) als Medikament, und bei wem das angeschlagen hat, bei dem hat mans wohl gelassen. Es gibt auch heute noch nicht sehr viel Auswahl an für diese Krankheiten einschlägigen Medikamenten, leider. Aber doch eine deutlich größere als vor 14 Jahren. In diesem Sinne wäre es wohl gut, einen Arzt oder eine Klinik zu finden, die einen solchen Umstellungsversuch mittragen würden. Ich würde empfehlen, jemanden zu suchen, der vielleicht so um 2000 rum sich niedergelassen hat - so jemand ist mit den neueren Medikamenten auf alle Fälle schon besser vertraut als jemand, der seit 30 Jahren sein Wissen von damals anwendet. Meine Erfahrungen mit Haldol und Leponex sind dieselben wie die von LowCash, es soll allerdings auch Leute geben, die das gut vertragen. Ich selbst bin mit Fluoxetin seit Jahren völlig symptomfrei, aber das hilft nicht bei allen.

Ich drück Dir die Daumen
siempre
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Re: Welches ist das nebenwirkungsfreieste Neuroleptika?

Beitragvon malloon » Montag 16. November 2009, 08:21

Hallo,

in der heutigen Zeit noch mit Haldol zu behandeln - das grenzt meiner Meinung nach an Körperverletzung. Das ist ein Teufelszeug
was selbst einen starken Mann zum kranken Wrack macht.
...durfte das mal am eigenen Leib erfahren, kam mir vor wie ein Roboter...
Nach einigem rumprobieren mit verschiedenen Neuroleptika - u.a. Risperdal, Invega, Seroquel und noch irgendso einem Zeug
bin ich beim Solian gelandet - kann ich empfehlen, macht nicht müde und hat so gut wie keine Nebenwirkungen, hat sich
auch über Jahre bewährt...
Würde an deiner Stelle auch dringend mal den Psychiater wechseln, es gibt dabei nämlich große Unterschiede - manche sind
etwas fortschrittlicher, anderer hauen die Leute nur massiv mit Medikamenten zu...so nach dem Motto "da bin ich auf der Sicheren Seite...."
- klar - bei einer Megadosis Haldol oder sonst einem Dreck rührt sich nichts mehr, man wird zum schatten seiner selbst... - unbedingt den Arzt wechseln.
Gerade in ländlichen Gebieten - war z.B. mal in Niederbayern in der Psychatrie - wird gerne noch mit Haldol gearbeitet, in München z.B
würde das Zeug keiner mehr einsetzen...es kommt also drauf an an wen man gerät und es gibt da rückständige Regionen und Ärzte ...
Manche Psychiater ziehen sich durch so eine Behandlung wie du Sie beschreibst rücksichtslos ihre Dauerpatienten heran.
Gruß
malloon
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Re: Welches ist das nebenwirkungsfreieste Neuroleptika?

Beitragvon Sven0 » Montag 16. November 2009, 16:13

VIelen Dank für eure Meinungen, ich werde meiner Mutter Solian und als 2. Versuch Risperdal empfehlen, mal schauen was die Neurologin dazu sagt.
Sven0
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Re: Welches ist das nebenwirkungsfreieste Neuroleptika?

Beitragvon Renate » Dienstag 17. November 2009, 14:01

Hallo!!
Haldol wird zumindest bei uns tatsächlich nur mehr im akutfall verwendet, da ist es noch immer gut, weil es rasch gegen Halluzinationen wirkt, aber in der langfristigen behandlung ist es sicher nur in absoluten ausnahmenfällen - wenn gar nix anderes hilft sozusagen - vertretbar.
Nach 14 jahren ist es sicher nicht einfach, das medikament zu wechseln, aber so wie du das schilderst auf jeden fall einen versuch wert!! Es gibt etliche neue medikamente, die besser verträglich sind , aber jeder reagiert anders und wirklich nebenwirkungsarme medis haben auch oft den nachteil, daß sie bei einigen auch nicht helfen. Die sicherste variante einer Medikamentenumstellung wäre bestimmt ein stationärer Aufenthalt, denn eine Umstellung auf ein neues medikament kann nur langsam erfolgen - wenn ambulant, dann bei einem Arzt, der auch die zeit hat, deine Mutter sehr engmaschig in die ordination zu bestellen oder eine Klinikambulanz, wo sie unter Umständen auch täglich hingehen kann.
Viel Glück und alles Gute!
renate
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